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STORIESHome »Audibook-Review: Mark Brandis 7 & 8 (Folgenreich/Universal)
Ein weiterer Höhepunkt der Brandis-Reihe: Klassische Science Fiction mit ungewohntem Tiefgang!
Klarerweise muss es anders kommen: Die Delta IX verunglückt auf dem Mond Titania, noch dazu in einem Canyon, aus dem kein Funksignal zur Erde geschickt werden kann. Außerdem gibt es da noch ein ominöses Störfeld, dass nicht natürlichen Ursprungs zu sein scheint und jeglichen Funkkontakt stört. Schließlich machen sich die zwei Besatzungsmitglieder McIntosh und Maddox zu Fuß auf den Weg, um eine Sendeeinheit auf dem Rand des Canyon zu platzieren – doch die Felswände sind 80km hoch! Ein Marsch ins Ungewisse beginnt. In der ersten Hälfte dieses Hörspiels ist das treibende Element weniger die Spannung in der Handlung als viel Stimmung und Dramaturgie. Einerseits die Figur des Commander Scott als eine Art "böser" Mark Brandis, der allerdings in seinem Geltungsdrang gegenüber seinem großen Vorbild und Rivalen wieder allzu authentisch und menschlich erscheint, andererseits die geradezu epische Verwebung der Mission von McIntosh und Maddox mit den Tagebüchern von Robert F. Scott, dem Polarforscher der 1912 bei einer Expedition zum Südpol ums Leben kam, welche sich der jetzige Scott in seiner Kajüte vorlesen lässt. Die Dramatik der beiden Unternehmungen, der fiktiven und der historischen, verbinden sich hier zu einer Symphonie von Hoffnungslosigkeit, Kälte und Einsamkeit. Von den Sprechern einfühlend vorgebracht und vor dem Hintergrund einer unaufdringlichen akustischen Untermalung, könnte man glatt mitweinen. Ich habe selten so ein emotional tiefgehendes Hörspielerlebnis genossen! Und als krönender Höhepunkt am Gipfel der Hoffnungslosigkeit, gleich einem Sonnenstrahl am schwarzen Horizont, eine Stimme: „"Hier ist die Hermes, Commander Mark Brandis, hören sie mich? Ist da unten noch irgendwer am Leben? Wir kommen um sie nach Hause zu bringen!" Mit "Vorstoß zum Uranus" erreicht die Brandis-Reihe nach dem vorübergehenden kleinen Durchhänger "Testakte Kolibri" erneut einen Zenit an Spannung und Emotion. Neu ist hier die Verbindung von zwei sich gegenseitig beeinflussenden Handlungssträngen, die ein stimmiges Gesamtbild erzeugen. Auch die so gegensätzlichen Protagonisten Scott und Brandis fügen sich hier nahtlos ein und bauen ein interessantes Spannungsverhältnis auf. Das wahre Juwel an diesem Hörspiel ist allerdings die minutiös aufgebaute Stimmung, besonders im ersten Teil: Von anfänglich noch etwas überheblicher Zuversicht bis zur abgrundtiefen Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit am Schluss führt ein ausführlich illustrierter Weg aus Dialogen, Ereignissen und Meinungsverschiedenheiten, welche den Weg zum finalen Desaster pflastern. Hier zeigt sich wieder mal in höchster Vollendung dass es für spannende Science Fiction keine ständigen Lasergefechte und spacige Soundeffekte braucht. Ausgezeichnete Sprecher und eine einfühlsame Dramaturgie machen eine wesentlich solidere Essenz aus. # # # Moritz Hawliczek # # #
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