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Game-Review: Lost Horizon (PC)

Mitte der Dreißiger, Tibet, Nazis und ein Schatz – zumindest im groben Konstrukt hat hier jemand mächtig bei Indiana Jones Anleihe genommen. Aber Abseits der offensichtlichen Abkupferung haben die "Geheimakte"-Macher hier ein ganz ordentliches Point-and-Click-Adventure zusammengeschustert, das die lechzende Rätselgemeinde sicher mit Vorfreude erwarten kann.

Lost Horizon Cover (C) Koch Media / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAlles beginnt relativ harmlos: Ihr spielt Fenton Paddock, einen kleinkriminellen Schmuggler in der (damals noch) britischen Kolonie Hongkong, der, der in der Unterwelt herrschenden Triade kleinere Lieferungen wegschnappt. Es kommt, wie es kommen musste – der Triadenkopf ist sauer und versenkt euch im Hafenbecken. Kaum habt ihr euch befreit, verlangt der Gouverneur nach euch: Ein alter Freund ist verschwunden. Und ehe man sich versieht beginnt eine wilde Hetzjagd durch die Berge des Himalaya, die engen Gassen Marrakeschs und die "Höhle des Löwen": Berlin (jaja, Indiana war ja auch dort).


Lost Horizon Bild 1 (C) Koch Media / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAtmosphärisch reizen die Macher die engen Genregrenzen ziemlich aus, Sound und Grafik präsentieren die Sache sehr ansprechend. Anfangs lassen einen die Sprecher noch an eine schlechte Übersetzung glauben. Das legt sich aber im Laufe des Spiels und auch die eine oder andere bekannte Synchronstimme glaubt man zu erkennen.


Lost Horizon Bild 2 (C) Koch Media / Zum Vergrößern auf das Bild klickenRätseltechnisch ist "Lost Horizon" ein eher zweischneidiges Schwert: Während der Großteil eine Sache von Sekunden ist, bedürfen einige wenige ein recht verqueres Um-die-Ecke-Denken – aber das macht ja den Reiz aus; und mit der alten Adventure-Regel "Auch wenn du wo schon fünfmal warst, laufe wieder hin, denn du hast bestimmt was übersehen" ist man stets gut beraten. Mit guten 15 Stunden Spielzeit ist auch von der Länge her einiges geboten.


Fazit: Point-and-Clicks sind nicht tot. Altmeister des Genres haben das Gegenteil bewiesen. "Lost Horizon" unterhält grandios; gelegentliche Fluchanfälle sind sowieso nicht vermeidbar. Und wer "Geheimakte Tunguska" oder "Syberia" gern gespielt hat, ist hier sowieso richtig. Nette Kniffeleien, ansprechende Zwischensequenzen und sogar Actioneinlagen sorgen für ein kurzweiliges Spielerlebnis.



# # # Bernhard Kleinbruckner # # #


Grafik: 7/10

Sound: 7/10

Steuerung: 8/10

Spielspaß: 8/10

Gesamt: 7,5


Entwickler: Animation Arts
Publisher: Deep Silver/Koch Media






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