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Game-Review: Metro 2033 (PC, Xbox 360; getestet auf PC)

"Metro 2033", der 2005 erschiene Erstlings-Roman Dimitry Glukovskys rund um Leben und Leiden in der Moskauer U-Bahn nach dem nuklearen Holocaust, avancierte bald zum Bestseller und hauchte dem postapokalyptischen Roman-Genre neues Leben ein. Gelingt nun das Kunststück die fesselnde Atmosphäre des Buches in die Videospielfassung zu transportieren?

metro2033-cover (c) 4A Games/THQ / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWie in der geleichnamigen literarischen Vorlage, so darf nun auch im dazugehörigen Videospiel in die Rolle des knapp zwanzigjährigen Arytoms geschlüpft werden. Ein Atomkrieg hat das "zivilisierte" Leben wie wir es kennen von einem Tag auf den anderen beendet. In Folge der nuklearen Verstrahlung sehen sich die etwa 40.000 Überlebenden der einstigen Millionenmetropole verdammt ihr Dasein in den Stationen und Schächten der Moskauer Metro zu fristen. Artjom ist der Dunkelheit des unterirdischen Netzwerks aufgewachsen und lebt mit seinem Ziehvater und einigen anderen Familien gemeinsam in einer relativ sicheren Station. Das helle Licht der Sonne ist ihm fremd. Genauso fremd und bedrohlich sind die "Schwarzen" – jene Mutanten, welche immun gegen die radioaktive Strahlung sind und die Oberfläche behausen. Nun bedrohen sie die Metro, Tag um Tag verstärken sich die Angriffe an den Eingängen verschiedener Stationen. Als ein Aufeinandertreffen Artjoms mit einem ominösem Fremden in einen mysteriösen Auftrag resultiert, beginnt dessen Odysee durch die Dunkelheit der Metro und in die Abgründe der menschlichen Psyche.


metro2033_1 (c) 4A Games/THQ / Zum Vergrößern auf das Bild klickenLiterarisches Vorwissen ist nicht von Nöten, jedoch kein Nachteil da viele Details vor dem Hintergrund der Buchlektüre noch glaubhafter wirken. Nicht-Kenner des Romans könnten durch den aprubten Einstieg in die Handlung des Spiels möglicherweise etwas verwirrt zurück gelassen werden da die Einführung in das Spiel sehr kurz gehalten ist. Eines der größten Stärken der Videospiel-Umsetzung von Glukhovky’s dystopischer Literaturvorlage ist die Liebe zum Detail. Wie auch im Buch, gelingt es nun den Entwickern die Erzeugung einer dichten und authentischen Atmosphäre. Aus den Augen des Protagonisten lassen sich Menschen beobachten, die wahrlich lebendig wirken; sich freuen, singen, fluchen und – wir sind ja in Russland – trinken.


metro2033_2 (c) 4A Games/THQ / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSo dicht und fesselnd die Atmosphäre auch wirkt, so unpräzise erweisen sich sämtliche Waffen sowie die Kollisionsabfrage abgefeuerten Projektile. Dies ist nebem dem stellenweise etwas happigen Schwierigkeitsgrad auch der einzige gröbere Kritikpunkt. Hingegen überaus einfallsreich und funktional wirkt die Idee, die Munition auch als Tauschwährung der Moskauer Metro auf Ebene des Gameplays zu integrieren. Im Spiel ist man nun fortwährend mit der Entscheidung konfrontiert, entweder mit der effektiveren Munition den Gegnern Dampf zu machen, somit aber kostbare Währung zu verpulvern, oder auf die billigeren, jedoch weitaus schwächeren Imitate zurück zu greifen.


metro2033_3 (c) 4A Games/THQ / Zum Vergrößern auf das Bild klickenHobby-Rambos werden im Übrigen bei "Metro 2033" schnell an ihre Grenzen stoßen, da das Spieldesign auf eine umsichtiges Vorgehen im gefahrvollen Tunnelnetzwerk getrimmt ist. Egal wie clever und vorsichtig die Spieltaktik auch sein mag, selbst bei abgebrühten Shooter- und Survival-Horror Veteranen dürften angesichts der überraschenden markerschütternden Schreie sowie der breiten Palette an unheilschwangere Lauten Mühe haben die Contenance zu bewahren. Zwar besteht das ingesamt lineare Leveldesign durchgehend aus Schlauchlevels, doch dankenswerterweise habe die Entwickler ab und an Abzweigungen und optionale Wegmöglichkeiten implementiert, die für Kurzweil sorgen.


metro2033_4 (c) 4A Games/THQ / Zum Vergrößern auf das Bild klickenFür herrlich höllische Unterhaltung ist auch mit den Ausflügen an die verseuchte Oberfläche gesorgt. Zwar wirken die spielerische Abschnitte im düsteren Untergrund der Metro etwas unheimlicher, doch gerade an der Oberfläche jagt ein Adrenalinkick den anderen. Hier gilt es zudem gleich mehrere Faktoren in Betracht zu ziehen um nicht ins radioaktiv verseuchte Gras zu beißen: Nicht nur sollen diverse Mutanten-Monster daran gehindert werden Artjom das Licht auszublasen, auch sollte Obacht darauf genommen werden, dass die Gasmaske des jungen Helden nicht beschädigt wird, denn dies würde sekundenlanges qualvolles Röcheln zur Folge haben und schließlich im Game Over münden. Gerade an der Oberfläche müssen wiederholt in Sekundenbruchteilen Entscheidungen über Leben und Tod gefällt werden. Übrigens: Im Herbst 2009 ist Glukhovsky’s Fortsetzung "Metro 2034" erschienen. Wir dürfen gespannt sein, wie lange die Fortzsetzung der Videopspiel-Umsetzung auf sich warten lassen wird.


Fazit: Spätestens mit Erscheinen des Spiels zum Roman "Metro 2033" sollten selbst die skeptischsten Lesemuffel zum Buchhändler des Vertrauens pilgern um nach Abschluss der spannenden Lektüre das packende "Look & Feel" der Videospielumsetzung in vollen Zügen genießen zu können. "Metro 2033" spielt in allen Belangen in der Oberklasse, einige Kritikpunkte wie die mangelnde Präzision der Waffen trüben den Spielspass nur unwesentlich. Auf Ebene des Gameplays sticht besonders ins Auge, dass die Entwickler zu einem umsichtigen Vorgehen erziehen: Wer Köpfen beweist und umsichtig agiert, hat eindeutig die Nase vorn.


# # # Karl Stingeder # # #


Grafik: 9,0/10
Sound: 8,5/10
Steuerung: 9,0/10
Spielspaß: 8,5 /10
Gesamt: 9,0

Entwickler: 4A Games   
Publisher: THQ

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